Arbeitspferde Heute

Das Arbeitspferd in Zeiten des Klimawandels und des steigenden Umweltbewusstseins

Der Einsatz von Arbeitspferden im 21. Jahrhundert mag erstaunen. Heutzutage verfügen Forstarbeiter und Landwirte über leistungsstarke Maschinen, mit denen sie fast alle Arbeiten schnell und effizient durchführen können. Das steigende Umweltbewusstsein und der durch menschliches Handeln verursachte Klimawandel haben den Weg für ein Umdenken hinsichtlich fossiler Energien geebnet. Zudem ist der Einsatz von solch schweren Geräten mit fast irreparablen Schäden für den Boden verbunden.

Heutzutage ist es selbstverständlich erneuerbare Energien, wie Sonne und Wind, zu nutzen. Die Nutzung dieser Energien erfordert hohe Investitionen und große Mengen an externer Energie. Zudem sind sie nicht frei von ökologischen Kollateralschäden. So sind Windräder zum Beispiel für den Tod zahlreicher Vögel und Fledermäuse verantwortlich.

Genau hier reiht sich das Arbeitspferd ein. Denn es ist, wie Reinhard Scharnhölz es gezeigt hat, im besten Sinne eine erneuerbare Energie:

  • Es reproduziert sich selbst.
  • Es ernährt sich von nachwachsenden Pflanzen.
  • Sein Kot ist wertvoller Dünger.

Die Besonderheiten des Arbeitspferdes berücksichtigen

Wer sich für die Arbeit mit dem Arbeitspferd entscheidet, muss seine größte und offensichtlichste Besonderheit beachten: es handelt sich um ein Lebewesen. Statt eine Maschine zu bedienen, wird eine Partnerschaft mit dem Pferd aufgebaut. Wer erfolgreich mit Pferden arbeiten möchte, muss nicht nur auf tiergerechte Haltung und respektvollen Arbeitseinsatz achten, sondern auch das Gemüt, die Denkweise und das Verhaltensmuster seines Tieres kennen.

Der Einsatz des Arbeitspferdes weltweit

Heutzutage wird das Arbeitspferd vorrangig in Drittweltländern und in industriellen Entwicklungsländern, wie China, Indien und in Südamerika, genutzt.

In Europa unterscheidet man schematisch zwei Gebiete: der Westen, in dem die Arbeit mit dem Pferd wiederentdeckt wird und der Osten, in dem Arbeitspferde seit jeher genutzt werden. Arbeitspferde, die in letzterem Gebiet gezüchtet werden, erfüllen alle Anforderungen eines perfekt funktionierenden Biomotors. Es sei auch darauf hingewiesen, dass die meisten Arbeitspferde keine Zugpferde sind. Sie erledigen Kutschenfahrten für Touristen, arbeiten in der Landwirtschaft, im Weinbau oder werden therapeutisch eingesetzt.

Die Biodiversität dank Arbeitspferden erhalten

In der Landwirtschaft, Fortwirtschaft, im Gemüsebau und in Gemeindediensten überzeugt das Pferd nicht nur durch seine Nachhaltigkeit. Es bietet im Gegensatz zu schwerem Gerät einen echten Mehrwert für die Biodiversität, wie von Reinhard Scharnhölz unterstrichen:

  • Der Boden wird regeneriert, seine Struktur verbessert und der Waldbestand geschont. Somit wird auch das Bodenleben positiv beeinflusst.
  • Im Weinbau werden die Vitalität der Weinstöcke und im Endeffekt auch die Weinqualität gesteigert.
  • Durch das Zusammenspiel zwischen Arbeitspferd und geeigneten landwirtschaftlichen Arbeitsweisen werden die Lebensbedingungen von Flora und Fauna verbessert.

Auch auf ökonomischer Ebene bietet der Einsatz von Arbeitspferden, vor allem in ländlichen Gebieten, zahlreiche Vorteile:

  • Schaffung und Erhaltung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen
  • Förderung von zukunftsfähigen, nachhaltigen Berufen, u.a. Schmied, Futtermittelhändler, usw.
  • Entschleunigung der Lebensweisen
  • Weniger Umweltverschmutzung durch kraftstoffbetriebene Landmaschinen

Kurzum: das Arbeitspferd ist ein Stück Geschichte, dessen Zukunft vielversprechend erscheint und zahlreiche Herausforderungen birgt.