Landwirtschaft

Hauptziel der Landwirtschaft ist es Lebensmittel zu produzieren, um sie für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Der Boden wird auf effektive Art und Weise genutzt, um vielfältige Nahrungsmittel herzustellen. Seit der Entwicklung von Jägern und Sammlern zu Landwirten haben sich diese Grundsätze kaum weiterentwickelt.

Die Entwicklung der modernen, zeitgenössischen Landwirtschaft

Heutzutage ist die Landwirtschaft vielen fremd und der Bezug zur fütternden Hand droht verloren zu gehen. Ohne Lebensmittel können wir nicht weiter existieren. Umso erstaunlicher ist der Umgang der modernen Gesellschaft mit ihren Nahrungsquellen. Prozentual zu unserem Einkommen gesehen, hat die westeuropäische Bevölkerung nie weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben. Die Folge dieser Entwicklung ist die schlechte Rentabilität der Landwirtschaft.

Um die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten, erhalten landwirtschaftliche Betriebe Fördergelder. Diese werden genutzt, um neue immer größere Maschinen zu erwerben. Die Betriebe werden weitestgehend automatisiert, sodass Lebensmittel immer billiger produziert werden. Angesichts der ständig steigenden Nachfrage, muss das Angebot angepasst werden, um die Versorgung zu gewährleisten.

Natürlich kann man nicht behaupten, dass der Einsatz von Pferden in der Landwirtschaft die vollständige Lösung aller Versorgungsprobleme ist. Jedoch könnten die Zugtiere einen neuen Denkanstoß liefern und Verbraucher dazu leiten, ihr Kaufverhalten anzupassen, indem sie den Lebensmitteln in ihrem Alltag einen höheren Stellenwert geben.

Warum es Sinn macht, einen landwirtschaftlichen Betrieb auf Pferdekraft umzustellen

Die völlige oder teilweise Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebs auf Pferdekraft sollte nicht allein auf einer wirtschaftlichen Rechnung fundieren. Diverse Aspekte sind bei einer solchen Betriebsumstellung zu beachten. Oftmals wird der menschliche Faktor vergessen. Nur wer zu 100 Prozent hinter seiner Arbeit und seinen Methoden steht, kann seine Produkte überzeugend verkaufen. Der Einsatz von Pferdegespannen auf modernen Höfen sollte auf jeden Fall durch die Öffentlichkeit unterstützt und gefördert werden. Schließlich werden erneuerbare Energien heute gepriesen. Ähnlich sollte es dem Pferd als umweltschonende Energiequelle ergehen.

Die Arbeit mit Zugtieren ist außerdem ein Weg, die Unabhängigkeit vom globalen Markt zu wahren. Nur so können Selbstversorger weiterhin bestehen. In den letzten Jahren gewinnt die Kreislaufwirtschaft an steigender Bedeutung. In diesem Kontext sollte das Pferd unbedingt eingesetzt werden.

Horsepower.lu informiert über und unterstützt den Gebrauch von Zugpferden in der Landwirtschaft und möchte anhand von Beispielen und neuen Ideen, zukunftsorientierte Lösungen für landwirtschaftliche Betriebe ausarbeiten.

Vorteile, Nachteile und Perspektiven der Arbeit mit dem Zugpferd in der modernen Landwirtschaft

Natürlich geht die Arbeit mit dem Zugpferd in der modernen Landwirtschaft auch mit einigen Nachteilen einher. Bei gleicher Arbeitszeit verrichtet ein Traktor mehr Arbeit. Jedoch werden zahlreiche Faktoren nicht in dieser Gleichung beachtet: Bodenqualität, Biodiversität, Lebensmittelqualität, Umweltverschmutzung, Öl- und Treibstoffnutzung, usw. Moderne Studien zeigen, dass die Nutzung von Arbeitstieren in zahlreichen Fällen vorteilhaft ist.

Selbstverständlich kann jeder Landwirt seinen ganzen Betrieb nicht auf Pferdekraft umstellen. Die Kombination beider Energien kann durchaus interessant sein.

Die Wiedereinführung von Arbeitspferden in Weinbergen

Weinbauern in der ganzen Welt entdecken die Pferdekraft für sich! Die empfindlichen Weinreben leiden unter den negativen Konsequenzen der Mechanisierung. Das Pferd ist in der Lage, verschiedene Arbeiten (Pflügen, Häufeln, usw.) mit größter Präzision auszuführen. Dabei bleiben die Rebstöcke vollkommen unangetastet.

Auch dem Boden kommt die Umstellung auf Pferdekraft zu Gute. Dort wo Traktoren und schwere Maschinen einen verdichteten Boden hinterlassen, verdichtet das Pferd die Erde nur dort, wo es seine Hufe absetzt. Laut Jean-Léo Dugast tragen der Verzicht auf chemische Unkrautbekämpfung und die steigende Bedeutung biologischer und biodynamischer Anbaupraktiken zusätzlich dazu bei, dass das neuerliche Interesse für Arbeitspferde zunimmt.

Diese Neuentdeckung der Pferdekraft geht mit der Entwicklung neuer, eigens für den Weinbau entwickelter Arbeitsgeräte einher.