Fütterung

Welche Fütterung für ein Arbeitspferd?

Fütterung

Wie ernähren Pferde sich in der freien Wildbahn?

Um zu verstehen, welche Ernährung für Pferde optimal ist, muss man wissen, wie Pferde in der freien Wildbahn lebten. Täglich laufen sie 16 bis 18 Stunden durch die Steppe, um Nahrung zu suchen und sich zu ernähren. In trockenen Gebieten ist Nahrung rar. Zudem liegen Wasserstellen und Grünflächen oftmals weit auseinander, weshalb die Pferde weite Distanzen zurücklegen müssen. Sie leben in kleinen Herden oder familiären Gruppen.

Zugpferde stammen aber meistens aus kühlen oder sumpfigen Gebieten. Diese kennzeichnen sich durch hohes Grasaufkommen und zahlreiche Wasserstellen. Um sich gegen natürliche Feinde zu schützen, schlossen diese Pferde sich zu großen Herden zusammen. Die Pferde haben sich diesen besonderen Lebensbedingungen – große Mengen an nährstoffarmem, oftmals gefrorenem Futter – angepasst, indem sie sehr große Bäuche und starke Zähne entwickelten. Da Wasser und Futter sich immer in der Nähe befanden, war es nicht mehr erforderlich, weite Strecken zurückzulegen.

Welche Fütterung für ein Arbeitspferd?

Die optimale Ernährung eines Arbeitspferdes unterscheidet sich nicht grundlegend von der Ernährung eines Freizeitpferdes. Das bereitgestellte Raufutter dient bei der Pferdefütterung als Grundlage. Verfüttert man qualitativ hochwertiges Futter, macht das sich wieder schnell bezahlt, da die Pferde in einer besseren Verfassung sind und somit mögliche Tierarztkosten vermieden werden.

Da der Pferdemagen in der freien Wildbahn nicht länger als vier Stunden stillsteht, sollten auch die domizilierten Arbeitspferde immer über genügen Raufutter verfügen. Somit wird vermieden, dass die Magensäure die Magenschleimhaut angreift.

Heu und Grass dienen als Grundlage der Pferdeernährung. Dabei sollte das Heu in Heunetzen oder Raufen bereitgestellt werden, sodass die Pferde es herausziehen müssen und nur geringe Mengen verzehren können. Auf diese Weise wird ebenfalls der Heuverschwendung vorgebeugt.

Wenn Pferde mehr als einen Tag pro Woche arbeiten, benötigen sie zusätzliche Energie in Form von Kraftfutter, z.B. Hafer, Gerste oder Mais. Zur schnellen Energiezuführung kann man seinem Pferd ab und an pflanzliche Öle anbieten. Bei warmen Temperaturen verlieren die Pferde viel Salz und Mineralstoffe. Diese müssen gegebenenfalls zugefüttert werden. Im Sommer sollten Arbeitspferde zudem Elektrolyte erhalten.

Arbeitspferde benötigen ausreichend Zeit, um die Nahrung vor, während und nach der Arbeit aufzunehmen. Sie sollten zwei bis drei Stunden vor Arbeitsbeginn gefüttert werden. Dabei erfolgt die Hauptfütterung am Abend, damit das Pferd in aller Ruhe verdauen kann. Frisches Wasser sollte nach Möglichkeit immer bereitstehen. Bei warmen Temperaturen sollte das Pferd so oft wie möglich abkühlen können.

Schlussendlich ist ein gutes Auge in der Pferdehaltung Gold wert. Indem man seine Pferde täglich beobachtet, findet man schnell heraus welches Futter für seine Tiere gut verträglich ist und welches nicht.